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Alltagskompetenzen IV

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Mit einem echten Ranger auf Streifzug durchs Kainachtal

 

Warum heißt die Zitterpappel eigentlich Zitterpappel? Gibt es wirklich Löwen in den Hollfelder Wäldern? Diese und weitere Fragen wurden am Waldtag im Rahmen der Alltagskompetenzenwoche für den 6. Jahrgang geklärt. Martin Kreisel, der zuständige Ranger des Naturparks Fränkische Schweiz, führte uns mit seiner Hündin Lumi durchs Kainachtal. Wir sammelten eifrig Blätter von verschiedenen Ahornbäumen und waren ganz erstaunt, dass es so viele verschiedene Arten gibt: Feld-, Berg-, Spitzahorn und noch viele mehr. Außerdem fing unser Ranger mit bloßen Händen eine Blindschleiche. Auch einige mutige Kinder nahmen sie auf ihre Hand und betrachteten sie neugierig aus der Nähe. Dann aber wurde sie wieder in die Freiheit entlassen, um sie nicht unnötig zu stressen. Denn Wissensdurst hin oder her – das Wohlergehen der Tiere und der Erhalt der Natur gehen vor.  Und es gibt tatsächlich Löwen in den heimischen Wäldern. Keine Angst beim nächsten Spaziergang! Es handelt sich um ganz kleine Ameisenlöwen, die so genannte Fangtrichter bauen, um ihre arglose Beute zu fangen. Obwohl wir mit Adleraugen suchten, konnten wir leider keinen solchen Fangtrichter entdecken. Stattdessen erinnerten sich die Kinder an eine Waldschaukel, die sie im Kindergarten gebaut hatten und natürlich aufgesucht werden musste. Ranger Martin machte den Exkurs geduldig mit. Als die Schaukel entdeckt wurde, durfte jeder, der Lust hatte, einmal hin- und herschwingen, ehe es weiter zum Insektenhotel unter der Zitterpappel im Kainachtal ging. Die Geräuschkulisse, die die Zitterpappel verursacht, war wirklich beeindruckend. Der Laubbaum raschelt wild mit seinen Blättern, damit seine Wurzeln regelmäßig Wasser aus der Erde saugen. Dieses benötigt er für sein Wachstum. Wer das nächste Mal in die Nähe einer Zitterpappel kommt, wird das Rauschen sicherlich bewusster wahrnehmen. Und dann trauten wir uns zum Insektenhotel, das im Schatten der Zitterpappel seinen Platz hat. Michael, der Ranger, erklärte uns ganz genau, was zu einem guten Insektenhotel gehört und dafür sorgt, dass Wildbienen & Co. gern „einchecken“. So können Bambusrohre oder Holzstücke angebohrt werden. Wichtig ist, dass das Loch sauber, also nicht ausgefranzt, und an einem Ende verschlossen ist, sonst ziehen Wildbienen weiter und halten Ausschau nach einer besseren Unterkunft. Die Lochgrößen sollten übrigens variieren – zwischen 2 und 8 Milimeter große Aussparungen sind bei den Insekten besonders beliebt. Jeder von uns kann also ganz leicht ein Wildbienenhotel im eigenen Garten errichten. Die Sachen sind schnell im Baumarkt besorgt oder schon zuhause vorrätig und die Ferien bieten sicherlich viel freie Zeit, um den Bienen ein neues Zuhause zu bauen. Auf geht’s!

Abgerundet wurde der Waldtag durch Frau Reiche, die verschiedene Stationen im Kainachtal liebevoll vorbereitet hatte – sie kennt sich im Wald aus wie in ihrer Westentasche, da sie eine echte Jägerin ist. Die Stationen leiteten die Kinder an, die Natur bewusst wahrzunehmen. So wurden tolle Waldmandalas gemalt, die Rinde von Bäumen mit Hilfe eines Bleistiftes zu Papier gebracht, kleine Behausungen aus den Materialien, die der Wald bietet, gebaut, die Natur mit verbundenen Augen erlebt und vieles mehr. Die Kinder arbeiteten fleißig, zeigten sich kreativ und so verging die Zeit wie im Fluge.

Dieser Aktionstag machte auf abwechslungsreiche Art und Weise bewusst, wie vielfältig und wertvoll unsere Natur ist. Es lohnt sich, sorgsam mit ihr umzugehen und sie so zu bewahren.