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Geschichte

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Geschichte der Gesamtschule Hollfeld

 

Die Staatliche Gesamtschule Hollfeld darf in Kürze ihr 50-jähriges Bestehen feiern und auf eine spannende Entwicklungszeit zurückblicken, die am 19.09.1972 mit dem Spatenstich für den ersten Bauabschnitt ihren (öffentlich sichtbaren) Anfang nahm.

 

Antrag und Genehmigung

Vorausgegangen war eine zweijährige Antrags- und Planungsphase, in der die Stadtväter und -mütter ab März 1970 für die Errichtung einer integrierten Gesamtschule als Modellversuch in Bayern kämpften. Ein offizieller Antrag ging über das Landratsamt an die Regierung von Oberfranken und von dort an das Bayerische Staatsministerium für Unterricht und Kultus.

Eine Gesamtschule war im dreigliedrigen bayerischen Schulsystem eigentlich nicht vorgesehen. Die positive Entscheidung seitens des Kultusministeriums erfolgte dennoch am 22. Januar 1971 als „Schulversuch“ unter strengen Richtlinien und mit wissenschaftlicher Begleitung, beschränkt auf die Jahrgangsstufen 5 bis 10. Eine gymnasiale Oberstufe war nicht vorgesehen.

 

Baugeschichte

Parallel zum Neubau eines Schulgebäudes auf dem Höhenrücken nahe des Stadtkerns von Hollfeld entwickelten der Schulleiter und die ersten 13 Lehrkräfte ein pädagogisches Konzept, um die ersten beiden Jahrgänge gemäß der Gesamtschulidee integriert zu führen und nach einem eigenen Orientierungsstufenlehrplan zu unterrichten. Erst mit der 7. Jahrgangsstufe setzte der leistungsdifferenzierte Unterricht in Hauptschule (heute Mittelschule), Realschule und Gymnasium ein.

Mit der Fertigstellung von Schwimmbad und Dreifachturnhalle 1975/76 sowie den großzügigen Außensportanlagen 1977/78 endete zunächst die Bautätigkeit an der Gesamtschule Hollfeld. Erst 2012 wurde mit dem Neubau inkl. Mensa und OGS-Räumen ein weiterer Gebäudeteil angefügt. Ab 2020 soll mit dem MINT-Bau, einem separaten Gebäude für den naturwissenschaftlichen Unterricht, wieder gebaggert und gemauert werden.

 

Beendigung des Schulversuchs

1991, im zwanzigsten Jahr ihres Bestehens, erklärte der damalige Kultusminister Zehetmair die Schulversuche mit Gesamtschulen für beendet. Jetzt hieß es, für den Fortbestand der betroffenen Schulen zu kämpfen und ihre gesetzliche Verankerung zu erwirken. Als „Schulen der besonderen Art“ mit einer eigenen Schulordnung, der BesASO, wurden die wenigen staatlichen Gesamtschulen (in Bayern gibt es nur zwei) auf eine neue Rechtsgrundlage gestellt und ihre Existenz in der bayerischen Schullandschaft gesichert.

 

Abitur an der Gesamtschule

Doch nicht nur baulich hat sich die Gesamtschule Hollfeld in den vergangenen 50 Jahren vergrößert. Mit der Einführung des achtjährigen Gymnasiums (G8) und der direkten Verknüpfung der 10. Jahrgangsstufe des Gymnasiums mit der Oberstufe Q11 und Q12 erwies sich der bisherige Weg der Gymnasiasten, die nach der 10. Klasse in Hollfeld in die Oberstufe eines Bayreuther Gymnasiums wechseln mussten, um dort ihr Abitur abzulegen, als umständlich und schwer organisierbar. Die Chance, auch die beiden Oberstufenjahrgänge des Gymnasiums in Hollfeld zu unterrichten und dort das Abitur abzunehmen, hat der damalige Schulleiter Rohde ergriffen und in einem Kooperationsmodell mit dem Graf-Münster-Gymnasium Bayreuth realisiert. Seit dem Schuljahr 2009/2010 können die Gymnasiasten der Gesamtschule ihr Abitur an ihrer Schule und bei ihren Lehrkräften in Hollfeld schreiben, sind jedoch rechtlich weiterhin dem Graf-Münster-Gymnasium zugeordnet.

Mit der jährlich neu zu beantragenden (und bislang stets genehmigten) Einführungsklasse können seit etlichen Jahren auch Realschülerinnen und Realschüler nach erfolgreichem Realschulabschluss den Weg zum Abitur einschlagen.

 

Zukunft der Gesamtschule

Seit ihren Anfangsjahren erfreut sich die Gesamtschule in Hollfeld wachsender Beliebtheit und Zulauf weit über den Sprengel um Hollfeld hinaus. So besuchen heute zahlreiche Nicht-Sprengel-Schüler aus den Landkreisen Bayreuth, Bamberg, Kulmbach und Lichtenfels die Schule. Die Schülerzahlen steigen seit etlichen Jahren. Vielleicht auch deshalb, weil die Idee der Gesamtschule nicht nur in der Orientierungsstufe realisiert ist. Auch in den höheren Jahrgängen ist ein Wechsel zwischen den Schularten in die eine oder andere Richtung mit weitaus weniger Aufwand möglich als anderswo.

Pünktlich zum 50-jährigen Bestehen des Schulgebäudes steht in Kürze die Generalsanierung der Gebäudeteile aus den 70er Jahren an. Auch die Zukunft der Oberstufe im neuen 9-jährigen Gymnasium wird mit Spannung erwartet.