
Lush Life, Live-Streams und lauter Geheimnisse:
Theater-AG begeistert mit selbst entwickeltem Jugendtheaterstück
Am 19. Juni feierte die Theater-AG der Gesamtschule Hollfeld mit ihrem selbst entwickelten Jugendtheaterstück „Nichts zu verbergen“ Premiere. Inspiriert von der Grundidee des italienischen Films Perfetti Sconosciuti entstand im Laufe des Schuljahres ein eigenes Stück, das die Frage stellt, was passiert, wenn plötzlich alle Nachrichten und Anrufe eines Abends für alle öffentlich werden.
Unter der Leitung von Marissa Grimm-Otto entwickelte die AG aus vielen Ideen, Improvisationen und Überarbeitungen ein Stück, das nah an der Lebenswelt Jugendlicher ist. Im Mittelpunkt standen Themen wie Freundschaft, Gruppendruck, Selbstinszenierung, Leistungsdruck, erste Beziehungen, Cybermobbing, familiäre Erwartungen und die Frage, wie ehrlich man zu anderen (und zu sich selbst) sein kann. So verband das Stück humorvolle Momente mit ernsten Themen und bot dem Publikum einen ebenso unterhaltsamen wie tiefgründigen Theaterabend.
Besonders beeindruckend waren die Energie, Dynamik und Spielfreude des Ensembles. In vielen Rollen wurde sichtbar, wie intensiv sich die Schülerinnen und Schüler mit ihren Figuren auseinandergesetzt hatten: Sofya Rodygina begeisterte als Nessy beispielsweise mit ihrer mitreißenden Tanzeinlage zu „Lush Life“, Ryan-Luca Richter überzeugte als charmant-verpeilter Fitness-Junkie Mike und Fabiano Röthig glänzte als Partylöwe Niko mit starken Emotionen und sicheren Pointen. Ida Jäschke und Mika Fessl zeichneten als Vicky und Tom eindrucksvoll das Bild einer Beziehung, die durch Misstrauen und Geheimnisse ins Wanken gerät. Auch Marlene Besold zeigte als Miri eindrücklich, welchen Druck Cybermobbing und familiäre Erwartungen auf einen jungen Menschen ausüben können. Besonders eindringlich zeigte dies die Spiegelszene, in der Miri mit ihrem Ebenbild, gespielt von Maya Schmittlein, in Dialog trat. An dieser Stelle wurde sichtbar, wie hart Menschen manchmal mit sich selbst ins Gericht gehen. Als besonderer Publikumsliebling wurde außerdem Louis Dauer als zum Leben erweckter Duden gefeiert, der in einem kurzen, aber intensiven Einschub für große Lacher sorgte und zeigte, wie wirkungsvoll auch kurze Auftritte auf der Bühne nachhallen können. Weitere starke Akzente setzten Oskar Pfeufer als kleiner Bruder und Elisa Keskin als Miris Mutter. Bei der zweiten Aufführung am 22. Juni übernahmen Cilia Utz die Rolle von Miris Mutter und Hannah Schuster die Rolle des Tom und verliehen den Figuren durch ihre eigene Note noch einmal neue Facetten.
Neben der schauspielerischen Leistung überzeugte auch die kreative Bühnengestaltung. Das Wohnzimmer wurde nicht nur klassisch bespielt, sondern durch digitale Medien, Videoelemente und Nessys konsequentes Live-Streaming erweitert. Eine vorgelagerte Terrasse, eine freistehende Tür, wechselnde Lichtstimmungen sowie technische Einspielungen machten deutlich, dass viel Kreativität, Planung und Detailarbeit in dieser Inszenierung steckten.
Auch hinter den Kulissen wurde konzentriert gearbeitet: Ianis Matache bediente die Lichttechnik und brachte dabei auch den in diesem Schuljahr neu angeschafften Spot wirkungsvoll zum Einsatz. Zudem wurde das Ensemble tatkräftig von Olivia Michel als Souffleuse unterstützt, sodass der ein oder andere Texthänger (entgegen dem Titel unseres Stücks) doch noch erfolgreich verborgen bleiben konnte. Für Erfrischungen sorgten einige Teilnehmerinnen von Frau Grimm-Ottos P-Seminar. Am Ende stand ein lebendiger Theaterabend, der vor allem durch die spürbare Leidenschaft und das Herzblut aller Beteiligten getragen wurde.
Die Theater-AG bedankt sich herzlich bei allen Unterstützerinnen und Unterstützern, insbesondere beim Förderverein und dem Zweckverband der Gesamtschule Hollfeld für die finanzielle Unterstützung, sowie bei einem wunderbaren Publikum, das die Leistung der Schülerinnen und Schüler mit großem Applaus würdigte.
Text: M. Grimm-Otto
Fotos: Bastian Arneth und Niklas Raab


