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EU-Planspiel in PuG

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EU – nah und erlebbar!

Europa-Planspiel im Rahmen des Politik-und Gesellschaft-Unterrichtes

 

Seit Jahren ringen die Mitglieder der EU um die Aufnahme sowie Verteilung und den Umgang mit Geflüchteten. Die Haltung der 27 Mitgliedsstaaten könnte dabei nicht unterschiedlicher sein, was immer wieder zu erbitterten Diskussionen in den verschiedenen Organen der EU sorgt, weshalb man sich fragt, ob es nicht eine Chance gibt, diese Gräben zu überwinden.

Am Mittwoch, 4. Februar 2026 haben sich 20 Jugendliche aus den Politik- und Gesellschaft-Kursen der 12./13. Klassen im Format eines Planspiels, durchgeführt von Herrn Farras Fathi von der Europäischen Akademie, der Frage gestellt, ob eine tragfähige, gesamteuropäische Algerienstrategie zustande kommen kann, die das Land stärkt, als (Energie-)Partner gewinnt, die Migrationsbewegungen steuert und Sicherheit gewährleistet.

Nach der Kennenlernrunde, dem Abklären des Vorwissens und Erklären des Planspielablaufs sowie der Einführung in das Beispielland über eine ARTE-Dokumentation erarbeiteten die Schüler:innen ihr Länderprofil im Zusammenhang mit der grundlegenden Haltung zu Migration sowie speziell zu Algerien. Im anschließend beginnenden Planspiel, angesiedelt im Organ des Ministerrats der EU, welcher eine neue Algerienstrategie unter Federführung Frankreichs abstimmen sollte, trafen die Außenminister:innen Österreichs, Griechenlands, Schwedens, Polens, Deutschlands, Frankreichs, Tschechiens, Italiens, Belgiens, Spaniens und Ungarns aufeinander, die zunächst ihre grundsätzlichen Positionen abglichen. Frankreich hatte danach die komplizierte Aufgabe einen ersten Entwurf eines Strategiepapiers mit dem Titel „Zukunftsenergien aus einem demokratischen Algerien“ aufzusetzen, vorzustellen und in insgesamt drei weiteren Aushandlungsphasen gemäß den vorgebrachten Änderungen, Anpassungen zu überarbeiten. Die aktuellen Haltungen der elf vertretenen EU-Länder zum Strategiepapier waren permanent an der Tafel (siehe Foto) sichtbar. Es wurde bis zur finalen Abstimmung am Ende des Planspieltags immer wieder abgefragt, wie sich der jeweilige Staat zu den einzelnen Inhalten und der Gesamtstrategie verhält, wobei man zu- oder ablehnen, sich aber auch enthalten konnte. Trotz intensiver, fachlich hochkompetenter Verhandlungen zwischen den Außenminister:innen, konkreten Angeboten an wenig kooperative Partner, Versuchen, Allianzen mit Gleichgesinnten zu schmieden, scheiterte die Algerienstrategie, wobei die vier Teilaspekte der Strategie (Erstkontaktaufnahme zu Algerien, rechtsstaatliche Festigung Algeriens, begünstigte Beteiligung am Binnenmarkt und Energiepartnerschaft) die erforderliche qualifizierte Mehrheit erreicht haben und somit umgesetzt werden können.

Die Schüler:innen meldeten nach Planspielende und dem Verlassen ihrer Rollen zurück, dass sie das persönliche, konkrete Handeln, das intensive Auseinandersetzen mit einem Problem sowie das Ringen um eine tragfähige Lösung und das Schlüpfen in eine Rolle, verbunden mit dem Perspektivwechsel, sehr geschätzt haben, jedoch merkten sie auch an, wie anstrengend solche Verhandlungen bzw. generell Politik sind bzw. ist.

Text und Bild: scs

Foto: Die Schlussabstimmung der „EU-Staaten“